„Hüftschmerzen? Das betrifft doch nur ältere Menschen!“
Wer hat diesen Satz noch nie gehört? Aber stimmt das wirklich? Ganz klar: Nein! Das Hüftgelenk kann uns in jedem Lebensabschnitt Probleme bereiten, und zwar aus ganz unterschiedlichen Gründen.
In diesem Beitrag räumen wir mit hartnäckigen Mythen auf und zeigen Ihnen, warum es sich lohnt, Hüftbeschwerden ernst zu nehmen, unabhängig vom Alter.
Mythos 1: „Hüftschmerzen kommen erst im hohen Alter.“
Mit dem steigenden Alter steigt zwar auch das Risiko für Abnutzungserscheinungen wie Hüftarthrose – Knorpel nutzt sich ab, Gelenkflüssigkeit nimmt ab, Beweglichkeit sinkt. Aber auch junge Menschen können Hüftbeschwerden entwickeln. Die Gründe dafür sind etwa:
- Sportverletzungen zum Beispiel Labrumrisse, Überlastungen
- Fehlstellungen wie Hüftdysplasien
- Impingement-Syndrome (Verkanten von Oberschenkelkopf und Hüftpfanne)
- Entzündungen, zum Beispiel bei rheumatischen Erkrankungen
- Fehlbelastungen durch Beruf, Alltag oder intensives Training
Hüftschmerzen sind also kein exklusives Alterszeichen, sondern ein Warnsignal für unbehandelte Probleme.
Mythos 2: „Bei jungen Menschen sind Hüftschmerzen harmlos und gehen von selbst weg.“
Gerade bei jüngeren Menschen werden Hüftschmerzen oft unterschätzt. Ganz nach dem Motto: „Das ist nur eine Zerrung“ oder „Das wird schon wieder.“ Genau hier liegt das Risiko: Unbehandelte Beschwerden können sich verschlimmern und langfristig zu strukturellen Schäden führen.
Ein typisches Beispiel ist das Hüftimpingement (FAI): Dabei stoßen Hüftkopf und Pfanne bei bestimmten Bewegungen aneinander. Was anfangs nur bei Sport oder tiefer Hüftbeugung schmerzt, kann unbehandelt den Knorpel schädigen und zu vorzeitiger Arthrose führen.
Kurz gesagt: Hüftschmerzen bei jungen Menschen sind kein Bagatellproblem. Eine frühzeitige Abklärung kann langfristige Schäden verhindern.
Mythos 3: „Hüftprobleme erkennt man sofort. Wenn nichts weh tut, ist alles in Ordnung.“
Nicht unbedingt! Viele Hüfterkrankungen entwickeln sich schleichend. Erste Anzeichen können sein:
- Leichte Leistenschmerzen nach längeren Wanderungen
- Steifigkeit am Morgen oder nach längerem Sitzen
- Schwierigkeiten beim Schuhe binden oder Socken anziehen
- Ein dumpfes Ziehen, das nicht genau lokalisierbar ist
Viele Betroffene interpretieren diese Symptome falsch oder ordnen sie anderen Körperregionen zu. Wer solche Signale ignoriert, riskiert, dass die Ursache lange unentdeckt bleibt. Daher gilt: Lieber einmal zu oft zur Ärztin oder zum Arzt, als chronische Beschwerden zu riskieren.
Mythos 4: „Wer Hüftprobleme hat, sollte sich schonen und keinen Sport machen."
Ein weit verbreitetes Missverständnis! Natürlich sollte man starke Belastungen oder bestimmte Bewegungen vorübergehend vermeiden. Aber eine vollständige Schonung kann die Beschwerden sogar verstärken.
Der Grund: Die Hüfte braucht stabile, kräftige Muskelgruppen, die das Gelenk entlasten und Bewegungen besser führen. Empfohlen sind gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Radfahren, Nordic Walking oder physiotherapeutisches Krafttraining. Diese stärken die Muskulatur, fördern die Beweglichkeit und vermeiden Stoßbelastungen.
Mythos 5: „Wenn die Hüfte schmerzt, kommt ohnehin nur eine Operation infrage.“
Viele Menschen denken bei Hüftbeschwerden sofort an ein künstliches Gelenk. Tatsächlich ist eine Operation meist der letzte Schritt. Die moderne Orthopädie bietet zahlreiche konservative Behandlungsmöglichkeiten:
- Physiotherapie mit gezieltem Muskelaufbau
- Manuelle Therapie zur Verbesserung der Beweglichkeit
- Entzündungshemmende Maßnahmen und medikamentöse Unterstützung
- Stoßwellen- oder Lasertherapie
- Anpassung von Alltag und Training
- In manchen Fällen: Injektionen wie Hyaluron oder Eigenblut.
Erst wenn Schmerzen trotz Behandlung bestehen bleiben oder der Gelenkschaden sehr weit fortgeschritten ist, wird über eine Operation nachgedacht.
Fazit:
Hüftprobleme sind keine Frage des Alters. Während bei älteren Menschen Verschleißerscheinungen dominieren, entstehen sie bei Jüngeren oft durch Überlastung, Fehlstellungen oder Verletzungen.
Die gute Nachricht: In jedem Alter gibt es Behandlungsmöglichkeiten von Physiotherapie über gelenkerhaltende Operationen bis zur Prothese. Eine frühzeitige Abklärung durch eine Orthopädin oder einen Orthopäden schafft Klarheit und ermöglicht oft noch gelenkerhaltende Maßnahmen.
Denken Sie daran: Ihr Hüftgelenk ist ein Hochleistungsgelenk, das täglich Schwerstarbeit leistet. Ein bisschen Aufmerksamkeit hat es definitiv verdient – und das unabhängig vom Alter!
FAQs
Weil beim Abstieg besonders hohe Kräfte auf das Knie wirken – vor allem bei schwacher Muskulatur oder falscher Technik.
Kühlen, schonen und bei anhaltenden Beschwerden ärztlich abklären lassen.
Häufig liegt es an einer falschen Sitzposition oder muskulären Dysbalancen.
Nur, wenn die Ursache bekannt und ärztlich abgeklärt ist.
Ein Kreuzbandriss fühlt sich oft wie ein plötzliches „Knacken“ im Knie an. Meistens begleitet von Instabilität, Schmerzen und einer rasch einsetzenden Schwellung.
