was du vor der Entscheidung wissen solltest
Schmerzen in der Hüfte können den Alltag zur Qual machen: Jeder Schritt tut weh, das Aufstehen fällt schwer, und die Bewegungsfreiheit ist stark eingeschränkt. Früher oder später stellt sich daher oft die Frage: Ist eine Operation nötig?
In diesem Beitrag klären wir Sie über die wichtigsten Aspekte auf. Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein künstliches Gelenk, welche sanften OP-Methoden gibt es, und wie lange hält so eine „neue Hüfte“?
Nicht jede Hüfte braucht ein künstliches Gelenk
Nicht jeder Hüftschmerz erfordert sofort einen chirurgischen Eingriff. Eine Hüftoperation wird in der Regel erst dann in Betracht gezogen, wenn bewährte Behandlungen ohne Operation wie Physiotherapie, Schmerzmedikation oder gezieltes Training nicht mehr ausreichend helfen.
Eine Operation ist oft nicht notwendig, wenn:
- Schmerzmittel helfen: Wenn Sie Ihre Schmerzen im Alltag durch Medikamente oder gezielte Spritzen (Infiltrationen) gut in den Griff bekommen.
- Physiotherapie wirkt: Solange Krankengymnastik, Bewegung und andere nicht-operative Therapien Ihre Beweglichkeit verbessern und die Beschwerden lindern.
- Der Verschleiß ist nicht extrem: Die Röntgenbilder zeigen zwar eine Arthrose, aber das Gelenk ist noch nicht vollständig zerstört.
- Die allgemeine Gesundheit schlecht ist: Bei akuten Infekten oder unkontrollierten schweren Vorerkrankungen (z.B. Herzproblemen) ist das Operationsrisiko zu hoch und muss zuerst gesenkt werden.
- Der Leidensdruck ist gering: Der wichtigste Punkt ist, wie sehr die Hüfte Ihre Lebensqualität beeinflusst. Wenn Sie nachts gut schlafen können und Ihre täglichen Routinen noch funktionieren, kann der Eingriff oft warten.
Das heißt: Geduld, gezieltes Training und Schmerztherapie können oft ein effektiver erster Schritt sein, bevor man sich für eine Operation entscheidet.
Minimal-invasive Hüft-OP: Vorteile auf einen Blick
Wenn jedoch feststeht, dass ein Gelenkersatz nötig ist, kommt heute oft die sogenannte minimal-invasive Methode zum Einsatz. Dieses moderne Verfahren ist deutlich schonender für den Körper als klassische Operationen.
Vorteile der sanften OP-Technik:
- Muskeln werden geschont: Der Chirurg erreicht das Hüftgelenk über kleine natürliche Lücken zwischen den Muskeln. Die wichtigen, stabilisierenden Muskeln an der Hüfte müssen dadurch nicht durchtrennt werden, sondern werden nur zur Seite geschoben.
- Kleine Narben, schnelle Heilung: Der Hautschnitt ist oft nur 6 bis 10 cm lang, was kosmetisch schöner ist und die Wundheilung beschleunigt.
- Schneller wieder fit: Weil das umliegende Gewebe und die Muskeln kaum verletzt werden, haben Patient:innen nach der OP meist weniger Schmerzen und können viel schneller wieder aufstehen und mit der Physiotherapie beginnen.
- Geringeres Risiko des Auskugelns: Durch die erhaltenen Muskeln ist die neue Hüfte stabiler.
Zusammenfassend: Minimal-invasives Operieren bedeutet ein kleineres Trauma für den Körper und eine raschere Rückkehr in den Alltag.
Wie läuft eine Hüft-OP ab?
Egal, ob minimal-invasiv oder klassisch – der Austausch des Hüftgelenks folgt einem gut durchdachten und sicheren Ablauf:
- Vorbereitung: Vor dem Eingriff werden wichtige Untersuchungen durchgeführt (Blutwerte, EKG etc.). Zudem wird umfassend über den Ablauf und die Narkose aufgeklärt.
- Narkose: Meist erfolgt die Operation in Vollnarkose oder mit einer Teilnarkose (Rückenmarksbetäubung) in Kombination mit einem leichten Schlaf.
- Austausch des Gelenks: Über den Zugang wird das abgenutzte Gelenk freigelegt. Der verschlissene Hüftkopf wird entfernt.
- Einbau der Prothese:
- Zuerst wird die Pfanne im Beckenknochen befestigt.
- Dann wird der Schaft mit dem neuen Hüftkopf im Oberschenkelknochen verankert.
- Abschließend werden die Teile sorgfältig aufeinander abgestimmt und zusammengesetzt.
- Nach der OP: Die Wunde wird verschlossen. Die Physiotherapie beginnt in der Regel bereits am ersten Tag nach der OP, um die Beweglichkeit zu fördern und das Gelenk zu aktivieren.
Künstliches Hüftgelenk – wie lange hält es?
Moderne Hüftprothesen sind äußerst langlebig. Durchschnittlich halten sie 15 bis 20 Jahre, oft sogar länger. Die Haltbarkeit ist abhängig von Aktivitätslevel, Gewicht und allgemeiner Gesundheit. Regelmäßige Kontrollen helfen, mögliche Abnutzungen frühzeitig zu erkennen.
Fazit:
Eine Hüft-OP ist kein Schritt, der leichtfertig gemacht werden sollte. Doch für viele Patient:innen mit fortgeschrittener Arthrose oder anhaltenden Schmerzen bietet sie die Chance auf mehr Beweglichkeit, weniger Schmerzen und eine spürbar bessere Lebensqualität.
